Politische Gespräche auf Landesebene

Demokratie galt über Jahrzehnte alternativlos als „Organisationsprinzip“ von Staaten – aktuell scheint sie unter Druck zu stehen. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Diese Frage stand gestern, 4. Februar 2026, im Mittelpunkt einer multilateralen Gesprächsrunde der im Landtag vertretenen Parteien mit Vertreterinnen und Vertretern der Katholischen Kirche Steiermark. Weihbischof Johannes Freitag stand der Delegation der Diözese Graz-Seckau vor, die sich mit steirischen Politiker:innen im Bischofhof traf.
Ausgehend vom Dossier „Demokratie leben und gestalten“ der Katholischen Aktion Österreich und von einem Kurzimpuls von Thomas Gremsl, Leiter des Instituts für Ethik und Gesellschaftslehre der Theologischen Fakultät Graz, wurden in großer Offenheit Herausforderungen, die sich im (weltweit) veränderten Umgang mit Demokratie ergeben, benannt. Die globalen Krisen der letzten Jahre, der Verlust an Gewissheiten und Vertrauen und damit zusammenhängend die Verschiebung des bisher als allgemein gültig angenommenen Wertefundaments fordern Politik wie Kirche.
Im gemeinsamen Bemühen
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, braucht es Dialog und das Öffnen von Gesprächsräumen sowie eine konstruktive, kompromissbereite Gesprächskultur. Die Rolle der Medien wurde in diesem Zusammenhang kritisch hinterfragt; sie werden als ebenso unabdingbar für ein gelingendes demokratisches Miteinander gesehen wie Bildung. Es sei Auftrag für Politik wie Kirche, den Menschen Hoffnung zu vermitteln und die Perspektive offenzuhalten, dass die Zukunft gemeinsam gestaltbar ist.
Diese Gesprächsrunde steht in der guten Tradition einer seit Jahren gepflegten Dialoginitiative der Katholischen Kirche Steiermark und wurde von der Generalsekretärin der Katholischen Aktion Anna Hollwöger organisiert. Die Fortsetzung dieser multilateralen Dialogveranstaltung Ende 2026 wurde vereinbart.
Quelle: Katholische Aktion